FAQ

 

1. Wie unterscheidet sich das überarbeitete vom ursprünglichen Projekt?

Im Vergleich zum ursprünglichen Projekt wurde das Richtprojekt um ein Vollgeschoss reduziert und durch ein Attika ersetzt. Das Attikageschoss ist seeseitig auf der ganzen Fassadenlänge um mindestens 3.5 m zurückgesetzt. Mit diesen Massnahmen reduziert sich die Gebäudehöhe seeseitig um 4.5 m von 25 m auf 20.5 m. Durch eine Optimierung der Geschosshöhen konnte auch die Gesamthöhe von 25 m um 1 m auf 24 m reduziert werden. Die Einordnung in die Umgebung konnte damit wesentlich verbessert werden.

2. Was bringt TALEVO der Gemeinde Thalwil?

TALEVO bietet städtebaulich eine einmalige Chance. Die Neugestaltung der Bahnhofsumgebung bringt eine Belebung und eine Aufwertung des öffentlichen Raumes. Durch die erweiterte Passarelle Nord entsteht eine neue, attraktive Fussgängerverbindung zwischen der Gotthardstrasse und der Bahnhofstrasse. Diese wird vollumfänglich von der SBB finanziert. Zudem wird das Angebot an Abstellplätzen für Velos- und Motorräder grösser.

Die angestrebte gemischte Nutzung mit Verkaufs-, Wohn- und Büroflächen belebt das Bahnhofsareal. Die Bahnhofstrasse wird durch Bäume, Veloständer und die oben erwähnte Erweiterung derPassarelle Nord aufgewertet. Die Wohnüberbauung wirkt als Lärmbarriere zwischen Gleis und seeseitigem Wohnquartier.

3. Welcher Mehrwert entsteht mit dem Gestaltungsplan TALEVO für die SBB?

Die SBB erhält die Möglichkeit, mit dem Gestaltungsplan von der Regelbauweise abzuweichen, d.h. die maximale Gebäudehöhe von 16.5 Metern um 4.0 Meter (1 Vollgeschoss plus Attika) zu überschreiten sowie den ordentlichen Strassenabstand zu unterschreiten. Das führt dazu, dass gegenüber der Regelbauweise rund 1’500 m3 mehr gebaut werden dürfen.

Für Thalwil hat der Gestaltungsplan den Vorteil, dass strengere Regeln bezüglich Qualitäten im öffentlichen Interesse gelten. Zum Beispiel das Freihalten von Zwischenräumen für die Durchsicht auf den See, die Festlegung eines Mindestanteils an ausnützungseffizientem Wohnraum, die Pflicht zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs, hohe gestalterische Anforderungen an die Bauten und Aussenräume sowie die öffentliche Zugänglichkeit von Zirkulationsflächen und Wegverbindungen.

4. Wie wurde das Bauvolumen für das Projekt bestimmt?

Ausgangslage für das Bauvolumen waren die Vorgaben der Regelbauweise gemäss der Bau- und Zonenordnung (BZO) der Gemeinde Thalwil sowie der kantonalen Gesetzgebung. Unter Einhaltung dieser Vorgabe wurde ein Referenzprojekt gemäss BZO (vgl. Abbildung 1) erstellt. Die Regelbauweise erlaubt ein Volumen von rund 27’500 m3. Das Referenzprojekt gemäss BZO erfüllte jedoch die Anforderungen der Gemeinde und der SBB an die städtebauliche Qualität nicht. Zum einen sollte mit dem Neubauprojekt die Gebäudeflucht des Güterschuppens weitergeführt werden, zu anderen sprach sich die Gemeinde gegen einen durchgängigen Gebäuderiegel aus.

Abbildung 1: Visualisierung Referenzprojekt nach BZO
Abbildung 2: Visualisierung Richtprojekt

Abbildung 3: Vergleich Richt- und Referenzprojekt, Baumassenverschiebung

Es wurde unter Berücksichtigung der städtebaulichen Anforderungen ein Richtprojekt erarbeitet, welches das gleiche Gebäudevolumen aufweist wie das Referenzprojekt gemäss BZO (siehe Abbildung 3). Die SBB und die Gemeinde Thalwil sind der Meinung, dass von der oberen Dorfseite eine partielle Durchsicht auf den See auch bei einer grösseren Gebäudehöhe einen grösseren Mehrwert für Thalwil und eine höhere Qualität für das Projekt bietet, als ein durchgehender Riegel.

Aufgrund der Einwendungen bei der öffentlichen Auflage im Herbst 2018 wurde das Bauvolumen optimiert. Durch eine um einen Meter tiefere Gesamthöhe der Bauten sowie eine Reduktion der obersten Geschosse zu rückversetzten Attikawohnungen wirken die Bauten nun filigraner und fügen sich gut ins Ortsbild ein. Ein Architekturwettbewerb soll eine optimale Umsetzung gewährleisten.

5. Warum wurde für den Gestaltungsplan kein Konkurrenzverfahren durchgeführt?

Für einen Gestaltungsplan ist gemäss BZO Thalwil ein Konkurrenzverfahren zwar empfohlen, aber nicht notwendig. Aufgrund der engen, arealspezifischen Rahmenbedingungen haben SBB und Gemeinde entschieden, das Richtprojekt auf Basis einer Variantenstudie zu erarbeiten – mit Hilfe eines bekannten und erfahrenen Planungsbüros. Der vorliegende Gestaltungsplan ist nicht ein endgültiges Projekt, sondern steckt einzig die Rahmenbedingungen ab.

Um die hohen Gestaltungsplananforderungen zu erfüllen, ist in einem nächsten Schritt ein Konkurrenzverfahren vorgeschrieben. Zur Sicherstellung der städtebaulichen und architektonischen Qualität wird im Rahmen eines Architekturwettbewerbs der Nachweis der besonders guten Gestaltung und Einordnung von einem unabhängigen Fachgremium beurteilt. Die Gemeinde wird in das Verfahren involviert. Die SBB hat kein Interesse, in Thalwil ein Projekt zu verfolgen, das in der Bevölkerung keinen Rückhalt geniesst.

6. Warum wurde der bestehende Bahnhof nicht in den Gestaltungsplan einbezogen?

Das bestehende Gebäude gilt als beispielhaft für den Bahnhofbau der 1970er Jahre. Es wurde vom bekannten SBB Architekten Max Vogt entworfen. Es ist in der Grundsubstanz gesund und nicht erneuerungsbedürftig.

7. Wie wird verhindert, dass das Projekt TALEVO die Geschäfte an der Gotthardstrasse konkurrenziert?

Die SBB beabsichtigt, die geforderte Gewerbefläche im Güterschuppen und im Erdgeschoss auf dem Baufeld A vor allem an Büros, Praxen, Ateliers oder andere publikumsorientierte Nutzungen zu vermieten. Die Ärzteschaft von Thalwil und den Nachbargemeinden will auf 1‘000 m2 ein Notfall- und Gesundheitszentrum errichten. Grossflächige Verkaufsflächen sind nicht vorgesehen. Für die Läden an der Gotthardstrasse bietet TALEVO die Chance von zusätzlichen Passanten und Kunden, welche dank der neuen Fussgängerverbindung Passerelle Nord die Geschäfte an der Gotthardstrasse direk-ter erreichen können.

8. Was geschieht mit den wegfallenden P+R-Parkplätzen?

Die bestehenden P+R Parkplätze werden im Umkreis des Bahnhofs Thalwil in angemessener Anzahl ersetzt, solange der Bedarf dafür gegeben ist. Dies wurde in den Gestaltungsplanvorschriften und im städtebaulichen Vertrag verbindlich festgelegt. Von den rund 20’000 aus- und einsteigenden Fahrgästen in Thalwil nutzen nur rund 100 Personen das P+R-Angebot.